Archiv der Kategorie: Meditationslehrerin

Meister Eckehart und die Meditation

 

Meister Eckehart und die Meditation

Wir in Deutschland haben einen ganz großen Meister der Meditation. Er lebte im Mittelalter und war Mitglied des Ordens der Dominikaner. Sein Name ist Meister Eckehart.

Sein Hauptanliegen war es, die Menschen aufzurufen, die Spiritualität ins tägliche Leben zu integrieren.

Das Wort Meditation kannte er nicht. Er rief die Menschen dazu auf, in sich zu gehen:

Nimm dich selber wahr, und wo du dich findest, da lass dich“.

Was hat Meister Eckehart damit gemeint?

Wir sagen dazu meditieren und loslassen.

Wir würden also seine Anweisung so formulieren:

„Schließe deine Augen und meditiere. Und was immer hochkommt an Gedanken und Gefühlen, das lass los“

Genau das tun wir in unserer Medtation. Wir schließen die Augen und nehmen das wahr, was wir dort finden. Was wir in uns finden, nennen wir Gedanken oder Gefühle. Sobald es uns auffällt, dass wir denken, lassen wir los. Wie schaffen wir das? Bei der Meditation, die ich unterrichte, benutzen wir ein kleines Hilfsmittel, das Mantra. Das Mantra hilft uns, die Gedanken zu vergessen und los zu lassen.Es hilft uns, immer wieder in die Stille zu finden.

Nimm dich selber wahr, und wo du dich findest, da lass dich“.

Quelle für das Zitat: Largier, Nikolaus (Hrsg.): Meister Eckhart: Werk II. Frankfurt am Main 1993 (BdM, Bd. 21), S.340.

Wir meditieren für ein friedliches Oktoberfest

Montagmorgen, heute hat die letzte Wiesnwoche begonnen. Wir meditieren für eine friedliche Wiesn, dass auch diese Woche die Menschen aus aller Welt auf der Festwiese feiern und sich freuen können.

Das Wetter heute morgen ist durchwachsen, mal stürmisch und heftig, mal sonnig.

Genau so ist das Leben. Nichts bleibt, wie es ist. Alles bewegt sich. Es bewegt sich auf uns zu, und es bewegt sich von uns weg. Genau so wie die Karusselle auf der Wiesn: Du steigst ein. Und nach ein paar Minuten spuckt dich das Karussell wieder aus. Die Reise hat, kaum begonnen, schon ein Ende.

Genau so spielt das Leben mit dir. Du denkst, du besitzt das, was du hast.

Aber die Dinge und Ereignisse kommen und gehen nach einem Plan, der nicht der deine ist.

Die Meditation lehrt dich das Loslassen. Du darfst sogar deine Gedanken loslassen. Und was erlebst du?

Ein nie gekanntes Gefühl der Freiheit und der Stille.

Wer loslässt, hat die Hände frei.

Du kannst das genießen, was jeder Tag dir schenkt,

das, womit das Leben dich jeden Moment überrascht,

als wäre es ein Bummel über das Oktoberfest.

 

 

Stell dir vor, du bist plötzlich 70

Anfang März habe ich meinen Geburtstag gefeiert.

Schon seit letztem Jahr steht die 7 als erste Ziffer bei meiner Altersangabe. Das bewegt mich sehr. Weil ich mir in jüngeren Jahren den Alltag einer Siebzigerin nicht ausmalen konnte.

Und heute erlebe ich Tag für Tag das Wunder, wie schön und erfüllend dieses Lebensalter ist und wieviele Geschenke mir jeder Tag bringt.

Was ist an dieser Zeit im Leben so schön? Was ist das Besondere an diesem Lebensalter?

Das Alter bietet einzigartige Chancen.

Wenn die Kinder aus dem Haus sind, kommt automatisch die Zeit für Neues.

Du kannst ganz andere Prioritäten setzen als in jüngeren Jahren.

Im reifen Alter kannst du es dir leisten, deine Aufmerksamkeit vom Tagesgeschäft abschweifen zu lassen.

Auf einmal hast du Zeit für dich; und das ist auch an der Zeit!

Es ist Zeit, den Acker zu bearbeiten, der jeden Tag vor dir liegt.

Und dieser Acker bist du selber.

Das gibt dir die Chance, mehr und mehr in Frieden zu kommen.

Warum?

Weil du jetzt den Kopf frei hast für das Eingemachte.

Du kannst dir die Zeit nehmen, deine Erinnerungen zu bearbeiten und Frieden zu stiften mit allem und jedem, was auf den Tisch kommt.

Sofort spürst du eine große Erleichterung.

Jeder kleine Schritt in den Frieden schenkt auf der Stelle mehr Freiheit und Leichtigkeit im Alltag. Mit der zunehmenden Leichtigkeit kommt die Freude. Mit der Freude kommt die Dankbarkeit einher.

Das reife Lebensalter ist die Zeit für Dankbarkeit.

Wie auf einem fremden Stern?

Als Studentin der Politik und Soziologie reiste ich zu einem Studienaufenthalt während der Semesterferien nach Afrika. Ich wollte Entwicklungshilfsprojekte evaluieren.
Und dann kam ich mir vor wie auf einem fremden Stern:

In einem Gebiet herrschte Hungersnot. Die deutsche Entwicklungshilfe stellte den Afrikanern Saatgetreide zur Verfügung, damit sie ihre Felder bestellen könnten für eine neue Ernte.
Und!?
Die Afrikaner brauten bei der nächsten Beerdigung aus dem Saatgetreide Bier und feierten ein rauschendes Fest!

Auch bei uns komme ich mir manchmal vor wie auf einem fremden Stern!
Wann?
– Immer dann, wenn ich erlebe, dass sich Menschen für ihren Job verheizen bis zum Burnout.
– Immer dann, wenn mir jemand erzählt: „ In jungen Jahren wollte ich nichts auslassen. Das ging solange, bis meine Gesundheit ruiniert war. Jetzt bin ich krank und kann es nicht mehr ändern“.
– Immer dann, wenn Leute für ihren Ruhestand Geld zurücklegen, aber nicht im Geringsten daran denken, etwas in sich selber zu investieren, damit sie langfristig kraftvoll und gesund sind.

Klar, es ist wichtig, in reifen Jahren über genügend Mittel zu verfügen.

Deinen Ruhestand genießen kannst du aber nur, wenn du gesund und kraftvoll bist.

Die Meditation liefert dir dein tägliches Quantum an Ruhe und Entspannung. In der Ruhe liegt die Kraft. Sie liefert also Ruhe und Energie. Damit kannst du dich gut bei Kräften halten, egal wie der Tag daherkommt mit all seinen Herausforderungen.

Langfristig gesehen ist das Gold wert.

Gelassen bewältigst du deine Hausaufgaben jeden Tag. Und du baust dir etwas auf, wo du zuverlässig und auf Dauer jeden Tag Ruhe und Energie ernten kannst. Das schenkt dir langristig eine gelassene Stabilität.

Meditieren heißt, in sich selber investieren.

Jeden Tag werden die Nerven gebuttert. Gleichzeitig trainierst du dein Gehirn auf ein höheres Level für steigende Anforderungen im täglichen Leben.

Sag selber, ist also Meditation nicht die beste Vorsorge überhaupt?

Zweiter Adventssonntag, 9.12.2018

Heute morgen bin ich wach geworden mit einem Gefühl tiefer Dankbarkeit, weil ich gesund und glücklich bin.

Wenn ich gesund und glücklich bin, möchte ich dazu beitragen, dass auch du gesund und glücklich bist und dass du es bleibst.

 „Jeder ist seines Glückes Schmied.“

Wie wahr dieses Sprichwort ist, weißt du als Meditierender ganz genau. Du weißt um die Kraft deiner Gedanken. Du weißt, wie mächtig sie sind.

Du fragst mich jetzt:„ Wie soll ich meine Gedanken so lenken, dass ich gesund und glücklich werde oder bleibe? Mein Auto kann ich lenken, aber meine Gedanken?“

Richtig, die Gedanken sind nicht zu lenken. Es sind zu viele, die wir ständig produzieren.

Aber es ist wie beim Auto: du kannst anhalten, aussteigen, dich umschauen, Luft schnappen; und dann erfrischt und mit größerer Klarheit weiterfahren.
Es rentiert sich manchmal, in eine Unterbrechung zu investieren, um sicher an sein Ziel zu kommen.

Meditation: Deine tägliche Investition in dich

Genau so ist es mit der Meditation. Du investierst in deine tägliche Meditationspause.
In jeder Meditation fallen wir immer wieder aus unseren Gedanken raus. Das ist der Moment der tiefsten Ruhe für Körper und Geist.

Es ist jedes Mal ein Moment des Loslassens und der Neuorientierung.

Wenn der Kopf ausgeschaltet ist, kann Heilung tiefgründig geschehen.

Das ist wichtig für unsere Gesundheit und für unser Glück.

Ich lade dich ein meditieren zu lernen. Investiere bitte rechtzeitig in dich selber, in deine Gesundheit, in dein Glück.

„Nachts, wenn alles schläft, solltest du bei mir sein.“

Diesen Song sang Howard Carpendale am letzten Samstagabend in einer Schlagersendung im Fernsehen.

Erstaunlicherweise hallt dieses Lied in mir nach. Es ist als würde ich in der Stimme des Sängers eine andere Stimme vernehmen, die dieses Lied extra für mich direkt in mein Ohr und ins Herz singt. Es ist keine menschliche Stimme. Darum geht es ausnahmsweise mal nicht.

Es ist eine Stimme aus der Zeitlosigkeit, aus der Ewigkeit.

Nachts, wenn alles schläft, solltest du bei MIR sein.“

Klar!

Tagsüber leben wir unseren Alltag mit Pflicht und Kür. Der Tag ist unsere Spielwiese.

Anders ist es nachts, wenn wir schlafen.

Nachts schließen wir die Augen, stellen die Wahrnehmung der Außenwelt ein. Im Tiefschlaf gibt es keinen Alltag und keine Erinnerung daran. Hier sind wir ohne unser Bewusstsein, ohne unsere Gedanken.

Im Tiefschlaf sind wir frei und haben viel Zeit.

Also könnten wir wenigstens nachts im Tiefschlaf eintauchen in unsere Ewigkeit, in das Licht Gottes.

Nachts, wenn alles schläft, solltest du bei MIR sein.“

Die Unterteilung eines Tages in Tag und Nacht hat für mich nie Sinn gemacht. Wofür soll ich mich ein Drittel des Tages in die Bewusstlosigkeit begeben? Könnte ich in der Zeit nicht das erleben, was es nur in der Nacht zu erleben gibt?

Nachts, wenn alles schläft, solltest du bei MIR sein.“

Jetzt geht mir auf, was es nur nachts zu erleben gibt!

Schlagartig verstehe ich den Sinn der Bewusstlosigkeit des Tiefschlafs:

Nur wenn wir das Bewusstsein unseres Körpers und der Welt, in der wir leben, verloren haben, können wir uns an unsere ewige Heimat erinnern.

Wir weilen vielleicht dort, wo wir unseren Ursprung haben und erholen uns vom Erdenstress. Wir können Gott nahe sein – ganzheitlicher als tagsüber.

Und warum weiß ich dann nichts davon?

Sobald wir zurückkommen, fangen unsere Gedanken wieder an zu laufen. Wir sitzen im Traumkino. Und wie es im Kino so ist, du schaust auf die Leinwand und vergisst alles andere.

Nachts, wenn alles schläft, solltest du bei MIR sein.“

Mir fällt ein, dass ich so etwas Ähnliches schon mal gehört habe vor langer Zeit.

Während meiner Ausbildung zur Meditationslehrerin lernte ich, dass zum Zustand der Erleuchtung die Fähigkeit gehört, nachts im Schlaf bei Bewusstsein zu sein.

Auf diesem Kurs haben Leute aus aller Welt von ihren tiefen Meditationserfahrungen erzählt. Oft haben sie dann am Mikrophon die Frage gestellt, ob sie vielleicht schon erleuchtet seien.

Zurück kam von indischer Seite immer die gleiche Gegenfrage:

Bist du nachts im Schlaf innerlich wach”?

Dieses Kriterium konnte keiner der Fragesteller erfüllen.

Nachts, wenn alles schläft, solltest du bei MIR sein.“

Und jetzt kommt das Thema zu dir, lieber Leser!

Es erinnert alle, die diese Worte lesen, an das, was der Tiefschlaf auf höchstem Level sein kann!

Die Zeit der Ernte

Es ist Sonntag. Ein sonniger Sonntag, dessen Wärme wir noch einmal genießen, bevor der Herbst beginnt.

Die Zeit der Ernte.

Normalerweise schauen wir uns doch immer um, wo es für uns etwas zu holen gibt.

Was wäre, wenn die anderen mal bei uns ernten könnten?

Aber was gäbe es bei dir zu holen?

Was hättest du zu verschenken?

Deine Dankbarkeit!

Du wirst sehen, wie angenehm, wie leicht das Leben wird, wenn du die Menschen um dich herum deine Dankbarkeit ernten lässt für all das, was sie dir Gutes haben zukommen lassen.

Du magst einwenden: „Aber gestern war das nicht so toll, was zu mir rüberkam“.

Na und? Sei großzügig.

Erinnere dich daran, wie der Andere dir in der Vergangenheit weitergeholfen hat, wie er dir Freude bereitet hat. Vielleicht war er gestern nicht gut drauf? Vielleicht konnte er nicht mehr bieten?

Sei großzügig.

Lass den Anderen Dankbarkeit ernten für das, was er gut gemacht hat.
So gewährst du ihm die Chance, wieder auf seine Füße zu fallen.

Dankbarkeit zu zeigen, statt immer nur zu fordern, das verändert die Welt.

Dankbarkeit ist wie Öl für alle Beziehungen, seien sie geschäftlich, seien sie privat. Sie schmiert die Beziehungen, wenn sie ächzen und knirschen. Türen öffnen sich leichter.
Sie zaubert ein Lächeln in das Gesicht eines müden Menschen. Der atmet durch, und dann packt er es wieder an. Das, was im Stocken war, kommt wieder in Fluss.

Kommen wir zur Meditation.

Wie kann die Meditation uns helfen, Dankbarkeit zu empfinden und zu zeigen?

  • In jeder Meditation lösen sich die Stresshormone auf.
  • Die Säure im Blut wird abgebaut. Das Blut wird wieder basisch.
  • Praktisch heißt das, dass wir, wenn wir meditieren, unsere eigenen Aggressionen abbauen.
  • Wir kehren vor unserer eigenen Tür.

Dann sind wir zufrieden wie ein Baby und auch wieder offen und geduldig. Wir haben wieder ein Ohr für Andere.

Vielleicht haben wir dem Anderen die Meditation voraus? Vielleicht hat der keine Möglichkeit, seine Aggressionen so einfach abzubauen?

Unsere Dankbarkeit ist sehr einladend. Sie ebnet und glättet die Wege unter Menschen. Vielleicht kommen auf diesen geebneten Wegen unsere Lieben zu uns und helfen uns weiter. Dann hätte jeder etwas davon.

Dann wäre für jeden die Zeit der Ernte gekommen.